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Portraitfotografie: Wie ihr natürliche Catchlights erzeugt

Catchlights_Familienfotografie_Foto_Tipps

Klar – die Augen sind eines der wichtigsten Bestandteile eines Portraits. Ohne Lichtreflexionen in den Augen (engl. catchlights) wirkt das Model jedoch meist leer und emotionslos. Durch ein paar einfache Lichtreflexionen wirken die Bilder gleich viel lebendiger und interessanter. Ich möchte euch deshalb heute ein bisschen Hintergrundinfos über Catchlights vermitteln und euch erklären, wie ihr diese Reflexionen auf natürlichem Wege erzeugen könnt – ganz ohne Technik und künstliche Hilfsmittel.

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Als perfekt gelten Catchlights auf der Stellung 10 Uhr oder 2 Uhr im Auge. Interessant ist es sicher auch zu wissen, dass es leichter ist diese Reflexe bei helleren Augenfarben (also grün oder blau) zu erzeugen. Aus eigenen Erfahrungen kann ich aber berichten, dass es bei unserem braunäugigen Kind ebenso leicht Catchlights gibt und die Stellung häufig doch ein wenig egal ist. Hauptsache die Augen strahlen lebendig.

Sicher wollt ihr endlich erfahren, wie man diese natürlichen Lichtreflexe nun bekommt. Im Grunde genommen ist es total einfach: Das Kind schaut ins Licht und die Lichtquelle trifft gezielt das Auge. Der Effekt verstärkt sich, wenn das Licht gelenkt wird. Zum Beispiel durch ein Fenster oder durch eine offene Tür. So bekommt ihr auch indoor in eurem Zuhause schöne Lichtreflexionen. Dabei kann es helfen, wenn das Kind nicht frontal ins Licht schaut, sondern in einem Winkel von 45 Grad zur Lichtquelle, beispielsweise dem Fenster.

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Draußen könnt ihr offene Schatten nutzen. Zum Beispiel steht das Kind am Rande des Schattens unter einem großen Baum und schaut Richtung Sonne. Oder ihr sucht Tunnellicht. Das findet ihr zum Beispiel in Häusereinfahrten und Garagen oder auf dem Spielplatz in Häuschen und unter Rutschen. Auch hier positioniert ihr das Model am Ende des Schattens und lasst es in Richtung des Lichts gucken. Spätestens wenn ihr das Kind nach oben schauen lasst (zum Beispiel zu den Wolken oder zu einem Luftballon), werdet ihr schöne Lichtreflexe bekommen.

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Der Artikel möchte euch ja zeigen, wie ihr ohne Softbox und Blitzgerät Catchlights erzeugt. Doch nutzt ruhig die natürlichen Reflektoren in eurer Umgebung. Natürliche Reflektoren sind beispielsweise helle Kleidung, Wände oder Fliesen. Aber auch helle Untergründe wie Beton und Sand funktionieren gut.

Eventuell wollt ihr den Effekt der Lichtreflexionen nachträglich am Computer noch verstärken. Dazu könnt ihr in eurem Bildbearbeitungsprogramm die Catchlights leicht aufhellen und die Ränder schärfen.

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Probiert doch einfach mal bewusst strahlende Augen mit Lichtreflexionen zu fotografieren. Auch hier heißt es wie so oft in der Fotografie: Üben, Üben, Üben. Dabei solltet ihr immer mal wieder die Perspektive wechseln und das Objekt bewegen lassen.

Und nun unser Geheimtipp zum Schluss: Lichtreflexionen auf Lippen lassen das Kind noch lebendiger und gesund wirken. Daher bei Portraits für feuchte Lippen sorgen. Den Kids einfach mal vorher mit der Zunge rüber streichen lassen oder den Müttern ein wenig Lipgloss auftragen lassen. Wirkt wahre Wunder in der Portraitfotografie.

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