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„Way To Live Photography“ mit Daniela Reske

Interview Familienfotografin Daniela Reske

Ich bin täglich im Internet unterwegs und sehe dabei unglaublich viele Familienfotos. Doch manchmal lassen mich die Fotos einer Fotografin nicht mehr los, weil sie mich so sehr berühren. Dann will ich mehr sehen. Und mehr über die Fotografin lesen. Ich durchstöbere die Website, google nach weiteren Infos und folge auf den sozialen Medien. So erging es mir auch bei der Portrait- und Reportagefotografin Daniela Reske. Mit ihren authentischen Fotos von den Kids hat sie mich voll getroffen. Ihre Kunden schätzen ihre unaufgeregte und leise Art. Und lieben den modernen und gleichzeitig zeitlosen Stil ihrer Fotos. Ich mag den coolen und cleanen und doch so intimen Look auch sehr und wollte Daniela daher unbedingt ein paar Fragen stellen.

 

Hallo Daniela! Danke, dass wir heute mehr über dich erfahren dürfen. Fangen wir gleich an, denn ich will so viel über dich und deine Arbeit wissen. Seit wann fotografierst du und welchen Stellenwert hat die Fotografie heute für dich?

Hallo Carolin! Vielen Dank für die Fragen, ich freue mich sehr über Euer Interesse.

Intensiv fotografiere ich jetzt seit etwa 10 Jahren, und nach wie vor hat die Fotografie, bzw. meine Arbeit als Fotografin, eine hohe Bedeutung für mich. Viele meiner Interessen und Fähigkeiten kann ich durch die Fotografie und die Selbstständigkeit (weiter-)entwickeln und damit andere Menschen erreichen und erfreuen. Dafür bin ich sehr dankbar.

 

Wie würdest du selbst deinen Stil beschreiben?

Authentisch, natürlich, beobachtend, mal dunkel, mal hell, mal leise, mal laut…

Interview Familienfotografin Daniela Reske Klick.Kind

Warum bist du Portraitfotografin geworden? Was fasziniert dich daran Menschen zu fotografieren?

An der Portraitfotografie finde ich spannend, dass jeder Mensch, egal ob Kind oder Erwachsener, seine eigene Persönlichkeit und Subjektivität mit ins Bild bringt. Man kreiert das Bild also nie alleine, sondern immer gemeinsam. Aber nicht nur das. Auch Beziehungen untereinander, die ganz verschiedene Facetten aufweisen können, versuche ich aufzuspüren und festzuhalten. Genauso wie Momente und Situationen, die in meiner Wahrnehmung besonders sind.

Damit möchte ich letztlich etwas Bleibendes schaffen, wobei mir natürlich bewusst ist, dass auch ein Bild nicht für immer bleibt, aber es schafft eine Erinnerung die beim Betrachter etwas auslöst und das vielleicht über viele Generationen immer wieder neu. Und diese visuelle „Zeitreise“ in die Vergangenheit macht auch etwas mit der Zukunft. Da wird vielleicht irgendetwas angestoßen. Ich glaube Bilder anschauen ist mehr als nur „in Erinnerungen schwelgen“. Es sind Zeitdokumente die, im Gegensatz zu vielem Materiellen, an (ideellen) Wert gewinnen und nicht verlieren, aufgrund der Fragilität unserer eigenen Existenz.

Interview Familienfotografie Daniela Reske

Welche Fotografen beeinflussen dich? Hast du also fotografische Vorbilder?

Momentan finde ich die Dokumentarfotografie von Alex Webb sehr inspirierend. Meinen letzten Bildband habe ich von ihm gekauft. Seine Kompositionen sind großartig!

 

Du hast dein Atelier in historischen Räumen einer alten Textilfabrik in Kirchentellinsfurt bei Stuttgart. Wie wichtig ist dir ein schöner Workspace für deine Kreativität?

Der ist mir sehr wichtig. Eine schöne Arbeitsumgebung regt an und der Schnitt und die Größe des Ateliers bieten viele Möglichkeiten für mich, meine Shootings und Workshops. Ich glaube Wohlfühlen und Komfort wird in den vielen Büros der Arbeitswelt unterschätzt, wobei jeder sich natürlich anders wohl fühlt, das ist ja was sehr Individuelles. Für mich sind es hier vor allem die hohen Räume. Da ist einfach genügend Platz nach oben zum Denken und kreativ sein – und dann dieser historische, teils morbide, Charakter, der einen zum Teil einer Vergangenheit werden lässt. Man spürt hier die Rolle der Geschichte einfach stärker, und das inspiriert.

In meinen Bildern von Familien und Kindern, die im Atelier entstehen, versuche ich den Charakter der alten Fabrik aufzugreifen. Ich lasse die Räume hier einfach gerne so wie sie sind.

Interview Portraitfotografie Daniela Reske

Die großzügigen Räumlichkeiten sind lichtdurchflutet und eignen sich daher sogar perfekt für Portraitaufnahmen mit deinen Familien und Kindern. Dabei kommst du ohne typische Studioleinwände und Blitzgeräte aus. Kannst du uns den Ablauf eines indoor Shootings bei dir beschreiben?

Ich habe meine Lieblingsecken, in denen das Licht meist gut ist und wo ich aufgrund der Farb- und Kontrastumgebung gerne fotografiere. Diese bereite ich etwas vor, räume eventuell Objekte und Möbel weg die mich stören. Ansonsten versuche ich mich voll und ganz auf die Menschen vor meiner Kamera einzulassen und eine ruhige Wohlfühlatmosphäre zu schaffen. Und was sich dann ergibt ist immer anders. Mir ist ein authentischer Moment wichtiger als eine Inszenierung bis ins letzte Detail.

Familienfotografin Daniela Reske im Interview

Aber viel lieber fotografierst du wahrscheinlich draußen oder bei deinen Kunden zuhause. Beschreib doch mal dein ideales Wunschshooting!

Die Natur ist für mich eine große Inspirationsquelle. Ich fotografiere gerne an ruhigen Orten. Ein ideales Wunschshooting gibt es nicht wirklich für mich, aber es gibt Rahmenbedingungen die ich gerne oft hätte, wie z.B. ein spannendes, natürliches, tief einfallendes Licht wie die Abendsonne, welches an einem „Hindernis“ gebrochen oder gestreut wird oder nur ganz punktuell irgendwo einfällt und damit eine gewisse Form annimmt. Profanes Licht versuche ich zu vermeiden, jedoch kann ich das ja nur bedingt beeinflussen, weil ich meistens mit dem Licht arbeiten muss was da ist. Ansonsten bin ich eher jemand der versucht die Dinge so zu belassen wie sie sind. Ich greife da ungern ein und lasse mich gerne von Momenten und Situationen überraschen, daher wäre eine weitere ideale Bedingung, dass es vor meiner Kamera lebt.

 

Hörst du bei der anschließenden Bildbearbeitung am Rechner Musik? Wenn ja, welcher Musiker inspiriert dich dabei?

Ich höre eher ruhige Musik, auch Klassisches. Ganz oft unsere Playlist die wir auch im Workshop laufen haben.

Interview Familienfotografin Daniela Reske

Zusammen mit deinem Kollegen und Freund Elmar Feuerbacher bietest du auch Workshops für Fotografen an. Aber euer Workshop „Way To Live Photography“ ist so anders als alle anderen Fotografie-Workshops. Ihr stellt den teilnehmenden Fotografen und seine Beziehung zur Fotografie in den Mittelpunkt. In einem ganzheitlichen Ansatz sucht ihr gemeinsam einen persönlichen Weg für den Fotografen. Warum so ein anderes, neuartiges Konzept?

Ja, es ist richtig, dass wir den Teilnehmer in den Fokus stellen. Es geht im Workshop um den Fotografen selbst und was ihn ausmacht. Wir wollten da ganz bewusst etwas Neues schaffen, um die Verbindung zwischen Persönlichkeit und Fotografie zu vertiefen und weiterzuentwickeln. In den letzten Jahren ist durch das Internet und die starke Vernetzung eine wahre Austauschkultur entstanden, was wir sehr positiv finden und natürlich haben wir auch selbst davon profitiert. Dennoch birgt diese neue Form des Lernens und des Austauschs auch einige Nachteile. Im schlechtesten Fall führt sie den Fotografen weg von sich selbst – und da wollen wir ihn einfach wieder zurückführen. Hin zu seiner Individualität, weg von Vergleich, Wettbewerb und Konkurrenz.

Dabei berücksichtigen wir die finanziellen, künstlerischen und alltäglichen Aspekte. Jeder braucht da eine individuelle Mischung um die Fotografie ausgeglichen leben zu können. Die versuchen wir zu finden mit Übungen, Tools und ganz konkretem Coaching.

Ich habe letztes Jahr gemeinsam mit Elmar ein ausführliches Interview zur Idee des Workshops gegeben, welches ihr auf dem Blog “Backlinse” der lieben Heike nachlesen könnt.

 

Wenn du mit deiner Fotografie noch einmal ganz von vorne anfangen könntest: Würdest du aus heutiger Sicht etwas anders machen?

Ich würde alles genau so wieder machen, denn wie sollte ich sonst zu der Erkenntnis gelangen etwas anders machen zu wollen? Bisher war alles wunderbar und da kommt bestimmt noch einiges.

 

Wir sind dir so unglaublich dankbar für deine Worte liebe Daniela.

Daniela Reske ist unsere Entdeckung der letzten Monate. Daher solltet ihr unbedingt ihre Website mit weiteren wunderschönen Fotos anschauen. Und ihr natürlich auf facebook folgen. Mehr interessante Hintergrundinfos zum Workshop „Way To Live Photography“ findet ihr auf eine extra eingerichtete Website. Dort findet ihr auch einen Blog mit super spannenden Artikeln zu Themen wie Freude am Fotografieren erhalten oder Kunst und Kreativität Raum geben. 

 

Daniela Reske Fotografie, März 2017
Interview: Carolin Bartel
Fotos: Daniela Reske Fotografie

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