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Fotografie Tipps für den nächsten Familienbesuch im Zoo

Familienfotografie im Zoo

Der Klassiker unter den Familienausflügen ist sicher der Besuch im Zoo. Elefanten, Giraffen und Löwen hautnah zu erleben ist immer wieder ein spannendes Abenteuer für die Kinder. Als Eltern wollt ihr den Tag in möglichst vielen schönen Fotos festhalten. Doch im Zoo lauern mit störenden Zäunen, dunklen Aquarien sowie wild umherlaufenden Tieren einige besondere Herausforderungen auf Hobbyfotografen. Daher haben wir zusammen mit der Familienfotografin Corinna Mamok ein paar Tipps für eine gelungene Familienreportage im Zoo für euch zusammengestellt. Los geht’s!

 

Beste Besuchszeit

Wenn im Frühling die ersten Sonnenstrahlen rauskommen, beginnt die typische Besuchzeit für die Zoos und Tierparks im Land. Doch wir können euch einen Ausflug in den Zoo auch im Winter oder bei schlechterem Wetter wärmstens empfehlen.

Viele Zoos haben inzwischen tolle Innenanlagen. Dort kommt ihr den Tieren ganz nah und ihr könnt mit ein bisschen Glück spannende Nahaufnahmen machen. Zudem sind oft große Fenster verarbeitet, sodass ihr dennoch gutes Licht zum Fotografieren habt. Weniger Besucher bei nicht so gutem Wetter bedeutet auch, dass ihr viel dichter an die Tiere rankommt. So sind auch bessere Fotos möglich, ohne störende Personen im Hintergrund.

Zudem sind im Hochsommer viele Tiere müde und schlapp. Sie liegen oft träge und schlafend in einer schattigen Ecke. Bei bewölktem Wetter dagegen sind Tiere oft aktiver und ihr könnt mehr Action-Aufnahmen machen.

Tierfotografie im Zoo Tipps

Oft richtet sich der Tagesablauf und die tägliche Besuchszeit nach den Bedürfnissen der Kinder (Mahlzeiten, Mittagsschlaf etc.). Wenn ihr dort mit den größeren Kids schon ein bisschen variabel seid, empfehlen wir euch einen Besuch gleich morgens nach der Öffnung oder spät abends 1,5 Stunden vor der Schließung. Zu dieser Zeit sind nicht mehr ganz so viele Besucher im Zoo und ihr könnt freier fotografieren. Besonders bei Schaufütterungen oder Angeboten, wo eure Kinder selbst die Tiere im Gehege füttern dürfen.

Im Frühling und Herbst habt ihr zu diesen Zeiten außerdem besonders schönes Licht durch die goldene Stunde (engl. “golden hour”). Das ist die Zeit am Tag, in der das Tageslicht besonders warm und fast goldig ist. Bedauerlicherweise gibt es dieses besondere Licht nur an zwei Stunden am Tag: eine Stunde morgens nach Sonnenaufgang und eine Stunde abends, bevor die Sonne wieder untergeht.

Tierfotografie im Zoo: Kinder und Familien

 

Tieraufnahmen

Bei jedem Zoobesuch versucht man eigentlich auch immer ein schönes Foto von einem Tier zu machen. Dabei stoßen Besucher beim Fotografieren immer wieder auf zwei Hindernisse: Glasscheiben und Zäune.

Wenn ihr Tiere durch eine Glasscheibe fotografiert, kann es unschöne Spiegelungen und ungewollte Reflexionen geben. Daher solltet ihr euer Objektiv so nah wie möglich an die Scheibe halten. Habt ihr eine Gegenlichtblende drauf, solltet ihr diese mit der Kamera sogar direkt an die Scheibe halten.

Tierfotografie und Kinderfotografie im Zoo

Viele Tiere sind in Zoos auch hinter engmaschige Zäune und Netze zu beobachten. Für einen schönen Schnappschuss solltet ihr auch hier so nah wie möglich mit der Kamera samt Gegenlichtblende an das Netz bzw. den Zaun. Dadurch wird das Gitter ausgeblendet. Sollte der Autofokus Probleme bereiten, weil er sich nicht zwischen Tier und Gitter entscheiden kann, müsst ihr manuell fokussieren.

Familienfotografie und Tierfotografie im Zoo

Auch wenn es in dem Moment vor Ort Spaß macht, die Tiere zu fotografieren, können wir nur aus eigener Erfahrung berichten: Vergesst eure Kinder nicht. Denn spätestens zu Hause am Rechner ist es doch nur ein Foto von einem namenlosen Tier. Wenn das Bild wirklich schön geworden ist, kann es die Fotoreportage von eurem Familienausflug sinnvoll ergänzen. Ansonsten ist es nur irgendein Foto von irgendeinem Tier – ohne persönlichen Bezug. Also versucht so oft wie möglich eure Kinder mit einzubeziehen. Erst durch deine Kids werden die Bilder persönlich, emotional und spannend für andere Betrachter.

Kinderfotos im Zoo

Das typische Standardbild aus dem Zoo hat folgende Bildgestaltung: Kind schaut auf Tier, Kind ist dabei von hinten zu sehen und Tier von vorn. Diese Bilder können schön und wichtig sein. Doch versucht auch mal um das Gehege drum herum zu laufen und die staunenden Augen eurer Kinder einzufangen.

Familienfotos im Zoo: Tiere und Kinder fotografieren

Oder Details einzufangen, wenn eure Kids Kontakt mit den Tieren aufnehmen. Diese Fotos können so viel mehr vermitteln als eine Ganzkörperaufnahme des Tieres ohne eure Kinder. Und denkt an die Tipps aus dem Artikel zum Thema Storytelling: Für eine gelungene Fotoreportage vom Zoobesuch braucht ihr einen Foto-Mix aus Location, Portrait, Action, Emotionen und Details.

 

Unser Geheimtipp für gute Fotos im Zoo – ganz klar das Streichelgehege. Hier kommen die Tiere von ganz allein ganz nah ran, ihr habt keine störenden Zäune oder Glasscheiben im Weg und die Kinderaugen strahlen.

Familienfotografie Tipps für den Zoobesuch

Für mehr Spannung im Bild könnt ihr euch einen kreativen Blickwinkel wagen. Ein Blick von oben aus der Vogelperspektive oder von unten aus der Froschperspektive bringen Abwechslung.

Tipps Familienfotos beim Zoobesuch

 

Fotosafari

Einige zoologische Anlagen bieten auch regelmäßig sogenannte Fotosafaris an. Dabei bekommt ihr mit einer kleinen Gruppe von 6-8 Leuten die exklusive Möglichkeit ganz nah an die Tiere im Gehege ranzugehen und so tolle Tierfotos zu machen. Vom Workshopleiter bekommt ihr die notwendigen Tipps zu den Grundlagen der Tierfotografie und vom Tierpfleger die Hintergrundinfos zu den einzelnen Tieren. Eine mega gute Kombi. Corinna hat schon selbst mit ihren Kindern solche Touren mitgemacht und empfiehlt sie euch auf jeden Fall weiter.

 

Aquarien

Viele Zoos haben auch ein Aquarium. Die Besucherräume sind oft mit wenig Licht ausgestattet und daher sehr dunkel. Dies ist allerdings kein Grund, die Kamera in der Tasche zu behalten. Unser Geheimtipp: Schöne Silhouetten-Fotos eurer Kinder.

Tipps Familienfotos im Zoo Klick.Kind

Denn Aquarien bieten optimale Voraussetzungen für solche Fotos: Ihr bekommt recht einfach den Silhouetten-Effekt, wenn eure Kinder an der Scheibe des Aquarium-Beckens stehen. Dann sind sie nämlich zwischen euch und dem Aquarium als Lichtquelle, wobei das Licht vom Körper eurer Kinder blockiert wird. Bei Fotografieren müsst ihr nun ein bisschen unterbelichten und schon habt ihr eine schöne Silhouette.

Fotografie Silhouette im Aquarium

In der anschließenden Bildbearbeitung am Rechner könnt ihr den Effekt noch verstärken. Dazu erhöht ihr den Kontrast, um die Silhouette zu verdunkeln. Im zweiten Schritt fügt ihr etwas Klarheit hinzu, um die Umrisse der Silhouette deutlicher herauszustellen. Und bei einem Farbbild könnt ihr zu guter Letzt noch die Sättigung etwas erhöhen, um intensivere Farben zu bekommen.

 

Bildgestaltung

In Zoos habt ihr meist beste Voraussetzungen verschiedene Mittel der Bildgestaltung auf engen Raum gekonnt bei eurer Fotoreportage einzusetzen und so die Spannung in den Bildern zu erhöhen. Zäune und Aquarien-Becken bilden beispielsweise optische Rahmen. Glasscheiben im Reptilienhaus lassen kreative Spiegelungen zu.

Tierfotografie Zoo und Tierpark

Zäune und Gehege mit langen Ästen erzeugen visuelle Führungslinien (Leading Lines) für die Tierfotografie. Aber auch Hängebrücken, Aussichtsplattformen, Wege und Spielplätze bieten fantastische Möglichkeiten sich mit Leading Lines auseinanderzusetzen und ein wenig herum zu probieren.

Tipps Familienfotos im Zoo und Tierpark

 

Manchmal braucht man als Fotografin Geduld, bis alle anderen Besucher aus dem Bild gelaufen sind, das Kind gut positioniert ist oder das Tier sich ran traut. Aber Geduld wird meistens belohnt. Daher konzentriert euch lieber auf einige wenige Lieblingstiere eurer Kids, als jedes Tier perfekt ablichten zu wollen. Und zum Schluss braucht ihr manchmal einfach ein bisschen Glück, dass die Tiere und Kinder an dem Tag gut drauf sind und mitmachen.

Tipps Familienfotos im Zoo

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1 Kommentar

  • Reply
    Antje
    10. April 2017 at 20:51

    Da hat man als Elternteil auch beim gefühlt hundertsten Zoobesucherin noch selbst eine spannende Herausforderung. 😉 Schöner Artikel!

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