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Christiane Herrmann von “Familie kleiner Tiere” illustriert moderne Familienportraits

Interview Christiane Herrmann

Familienportraits kann man nicht nur fotografieren, sondern auch zeichnen. Jetzt denken die meisten sicherlich an all die Straßenkünstler, die in der Fußgängerzone vermeintlich lustige Karikaturen von den Passanten anfertigen. Oder an verstaubte Ölgemälde an den Wänden der Großeltern. Mit all dem haben die zauberhaften Illustrationen von Christiane Herrmann nichts zu tun. Unter dem Label „Familie kleiner Tiere“ fertigt Christiane auf Grundlage von Familienfotos persönliche Portraitzeichnungen in einem modernen cleanen Stil an. Wir finden es großartig, was Christiane aus Familienfotos zaubert und wollten sie deshalb unbedingt zu ihren Illustrationen befragen.

 

Liebe Christiane! Erzähl doch als Einstieg bitte ein bisschen was über dich und verrate uns, wie du Grafikdesignerin mit eigenem kleinen Online-Shop wurdest.

Hallo! Wie bei so vielen Frauen hat sich mein Leben mit der Familiengründung ziemlich verändert und ich habe nach Wegen gesucht mehr von zuhause zu arbeiten. So habe ich neben meiner Arbeit für Werbeagenturen angefangen Illustrationen für Kinder zu entwerfen um dann mit meiner Marke „Familie kleiner Tiere“ meinen ersten Onlineshop zu eröffnen. Das war schon in 2005.

 

Wie kamst du auf die Idee Portraits auf Grundlage von Familien- und Paarfotos anzufertigen?

Vor zwei Jahren hatte ich ein Portrait meiner Familie gezeichnet und daraus eine Weihnachtskarte für Freunde und Familie gemacht. Danach habe ich die Illustration mal in meinem DaWanda Shop als Beispiel für ein Familienportrait angeboten – nur um mal so zu testen wie es ankommt. Im darauffolgenden Winter hatte ich dann schon mehr Aufträge für Portraits als ich annehmen konnte, weil ganz viele sowas zu Weihnachten verschenken wollten. Ist halt ein prima Männer Geschenk.

Christiane Herrmann

Wie entstehen deine so detailgetreuen Illustrationen? Kannst du uns bitte etwas mehr über deinen Arbeitsablauf erzählen?

Als Grundlage nutze ich Fotos, die mir die Leute schicken. Die sind in sehr unterschiedlicher Qualität. Manchmal gibt es schon ein Foto auf dem alle drauf sind und nett gucken, aber meistens setzte ich meine Vorlage aus mehreren Fotos zusammen. Ich zeichne die Fotos mit Hilfe eines Leuchttisches nach und scanne diese Bleistift Skizze ein. Dabei erfinde ich oft eine neue Anordnung, oder ergänze zum Beispiel die Beine, die nicht auf dem Foto waren oder lasse Familienmitglieder in die „Kamera gucken“, die vorher zur Seite geschaut haben. Die schwarz-weiß Skizze stimme ich mit dem Kunden ab und korrigiere auf Wunsch bis die Ähnlichkeit stimmt. Dann lege ich die Farben in verschiedenen Ebenen im Photoshop an und drucke zum Schluss ein DIN A3 großes Portrait aus.

 

Und wie viele Stunden brauchst du dann für ein fertiges Portrait? Sagen wir mal von einer vierköpfigen Familie?

Wenn es gut läuft 6 Stunden, aber oft sind es eher 10 Stunden.

Christiane Herrmann

Stehst du dabei immer in Abstimmung mit dem Kunden oder lässt sich der Kunde dann vom Endergebnis überraschen?

Der Kunde kann die erste Skizze in maximal drei Schritten korrigieren, danach sieht er erst die fertige farbige Illustration wieder. Hier können dann noch Farben angepasst werden, falls nötig.

 

Als Fotografin lernt man die Familie während eines Shootings oft sehr gut kennen. Wie ist das bei dir? Du beschäftigst dich mehrere Stunden sehr intensiv mit den Gesichtern der Familien, ohne sie jemals persönlich zu treffen. Hast du dennoch manchmal das Gefühl, den Familien sehr nahe zu kommen?

Das ist eine schöne Frage, weil es den Punkt trifft, der mich an dieser Arbeit so fasziniert. Während des Ablaufs ist der Kontakt per Email sehr persönlich und nett. Die von mir gezeichneten Gesichter würde ich überall wiedererkennen, behaupte ich mal – zumindest habe ich immer das Gefühl diese Menschen nach dem Portraitzeichnen zu kennen.

Christiane Herrmann

Erinnerst du dich noch an die erste Familie, die du gezeichnet hast?

Der erste Auftrag war gleich eine sechs-köpfige Familie und momentan arbeite ich an meiner bisher größten Familie: sieben Menschen und ein Hund.

 

Du hast bei deiner Arbeit schon viele Familienfotos gesehen. Was macht für dich ein gutes Familienportrait aus? Ist es vielleicht die Anordnung der Personen oder doch eher die farblich abgestimmte Kleidung? Was ist der Schlüssel zum gelungenen Familienfoto?

Die Stimmung finde ich wichtig – wenn Familien zusammen glücklich aussehen finde ich das berührend. Aber rein gestalterisch ist für mich natürlich die Anordnung wichtig und besonders auch die Farben.

Christiane Herrmann Portrait

Bestellen deine Kunden die Portraits eher für die eigene Wohnzimmerwand oder als Geschenk für Freunde und Familie? Zu welchen Anlässen verschenken deine Kunden die Portraits?

Die meisten meiner Kunden sind Frauen, die Portraits für Ihre Männer zum Geburtstag, Jahrestag oder zu Weihnachten bestellen.

 

Du verkaufst deine Portraits über DaWanda. Welche Produkte hast du noch für Familien im Angebot?

Ich habe viele Poster fürs Kinderzimmer im Angebot; zum Beispiel meine Plakate mit lustigen Tieren in Kombination mit Kinderliedern zum Ablesen und Singen.

 

 

Danke Christiane!

Und zum Schluss kommt uns die Erkenntnis, dass die Ölgemälde unserer Großeltern doch ihre Berechtigung haben. Denn genauso wie die modernen Portraitzeichnungen von Christiane sind es nicht nur personalisierte Dekostücke, sondern auch bleibende Erinnerungen.

Wenn euch die selbst illustrierten Familien-Portraits nun genauso begeistern wie uns, könnt ihr über Christiane Herrmanns DaWanda Shop „Familie kleiner Tiere“ Kontakt mit ihr aufnehmen. Und mehr über ihre neuesten Arbeiten für Kunden aus der ganzen Welt könnt ihr über ihren facebook Account erfahren.

 

Christiane Herrmann, Familie kleiner Tiere, Januar 2017
Interview: Carolin Bartel
Foto & Illustrationen: Christiane Herrmann

 

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