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Anastasia Folman schafft mit ihren Babys kleine Kunstwerke

Anastasia Folman Interview

Viele Neugeborenenfotografen konzentrieren sich derzeit auf natürliche und authentische Babyfotos in vertrauter Umgebung zu Hause. Nicht so Anastasia Folman! In ihrem Atelier in Paderborn zaubert sie mit liebevoll arrangierten Requisiten kleine Kunstwerke, in denen die Babys immer die Hauptrolle spielen. Denn Anastasia achtet besonders darauf, dass sie die Einzigartigkeit eines jeden kleinen Erdenbürgers in individuellen Fotos festhält. Wie Anastasia dabei vorgeht, erzählt sie uns in unserem heutigen Interview.

 

Liebe Anastasia, wir wollen so viel von dir erfahren! Erzähl doch mal zum Start ein bisschen von dir. Wie bist du zur Neugeborenenfotografie gekommen?

Hallo Carolin und Ilka. Erst einmal vielen Dank für die Möglichkeit, über meine Arbeit zu berichten.

Schon in meiner Jugend habe ich leidenschaftlich gerne fotografiert. Angefangen habe ich mit einer analogen Kamera, später bin ich dann auf eine digitale Kamera umgestiegen. Menschen habe ich schon immer gerne fotografiert, aber die Babys und Kinder haben mein Interesse besonders geweckt. Ich wollte nach dem Abi auch eine Ausbildung als Fotografin machen, habe mich dann aber doch für ein Studium (Wirtschaftsinformatik) entschieden. Wie meine Mutter damals schon sagte: „Kind, du hast doch nicht das Abitur gemacht, um nur Fotografin zu werden :)“. Ich habe aber doch schnell gemerkt, dass das Fotografieren mir unheimlich am Herzen liegt. Es ist das, was ich gerne tue! Ich liebe es, Kinder zu fotografieren. Egal, ob Neugeborene oder Babys – sie inspirieren mich immer wieder dazu, neue Dinge auszuprobieren. Ausschlaggebend waren am Ende aber auch meine eigenen Kinder. Denn spätestens ab diesem Zeitpunkt wusste ich, wohin mein Weg mich führt.

Interview Anastasia Folman

An dem Einsatz von Accessoires und Requisiten scheiden sich die Geister vieler Neugeborenenfotografen. Wie würdest du deinen Stil beschreiben? Wo liegen deine Vorlieben?

Ich kann meinen Stil nur sehr schwer beschreiben. Ich bin sehr offen für neue Sachen und genau diese Eigenschaft zeigt sich auch bei meiner Arbeit. Es ist wichtig, dass ich meine Bilder mag. Aber für mich spielt es auch eine große Rolle, dass die Eltern die Fotos mögen. Deswegen gehe ich auch immer auf die individuellen Wünsche ein.

Interview Anastasia Folman

Du gestaltest deine Motive mit den Accessoires und Requisiten oft sehr aufwendig und detailreich. Wie planst du dein Set und wie lange brauchst du dann für den Aufbau? Welchen Einfluss haben die Eltern?

Ich frage die Eltern immer, wie sie sich die Bilder vorstellen und welchen Hintergrund sie gerne hätten. Meistens sind die Eltern da sehr flexibel und überlassen die Gestaltung mir. Ich habe also oft freie Hand und kann mich kreativ austoben. Ich versuche immer, mich an der aktuellen Saison zu orientieren. Und viele Kleinigkeiten kommen spontan dazu.

 

Und wo findest du die tollen Schalen, Kisten, Buchstabenwürfel, Girlanden, Uhren, Gewichte und Mini-Betten? Also all die tollen Requisiten im Vintage-Stil.

Ich sammle schon seit über 10 Jahren, da entsteht natürlich ein gewisser Fundus. Früher habe ich viele Accessoires in den USA gekauft, mittlerweile beziehe ich viel Deko aus Holland oder auch Polen.

Interview Anastasia Folman

Du arbeitest ganz intensiv mit Farben. Dennoch sehen deine Bilder nicht quitschbunt oder kitschig aus. Wo liegt das Geheimnis?

Ich denke, das Geheimnis liegt darin, immer 1-2 Farben zu nutzen, damit eine gewisse Harmonie entsteht.

 

Wie lange brauchst du dann in der anschließenden Fotobearbeitung bei Photoshop?

Die Bearbeitungsdauer der Bilder fällt sehr unterschiedlich aus, meistens brauche ich aber zwischen 1 bis 2 Stunden.

Interview Anastasia Folman

Einige deiner Fotos erinnern schon fast an Kunstwerke. Hast du einen künstlerischen Hintergrund oder bist du einfach nur unheimlich kreativ?

Nein, ich habe keinen künstlerischen Hintergrund – eigentlich habe ich ja Wirtschaftsinformatik studiert. Aber ich würde mich durchaus als kreativ beschreiben. Und ich denke, das sieht man an meinen Fotos auch recht gut.

Interview Anastasia Folman

Du engagierst dich sehr stark in der Branche der Neugeborenenfotografie. So bietest du beispielsweise Workshops für andere Berufsfotografen an, in denen du dein Fachwissen weitergibst. Außerdem hast du die „Vereinigung Professioneller Kinderfotografen“ ins Leben gerufen. Woher kommt dein starkes Engagement?

Für die Vereinigung habe ich mich bereits vor 10 Jahren entschieden. Wir waren eine kleine Gruppe von Fotografen, die mal ganz andere Bilder gemacht haben. Unsere Arbeiten haben sich von den klassischen Fotostudios abgehoben. Wir waren sozusagen die weißen Raben, die einfach andere Herangehensweisen wagten. So entstand die Vereinigung – und für mich ist sie noch immer sehr besonders.

Die Workshops kamen dann später dazu. Viele Fotografen haben mich im Laufe der Zeit kontaktiert. Zu diesem Zeitpunkt gab es in Deutschland noch keine Workshops. Also habe ich damit angefangen, Interessenten mein Wissen zu vermitteln. Es macht mir unheimlich großen Spaß, neue Menschen kennenzulernen. Und natürlich ist der fachliche Austausch für mich eine enorme Bereicherung.

 

Danke Anastasia!

Ihr solltet euch unbedingt mehr der einfühlsamen Fotos und kreativen Kunstwerke von Anastasia Folman auf ihrer zauberhaften Website anschauen. Dort findet ihr auch ein tolles Video, das euch einen wunderbaren Einblick in ihre Arbeit zeigt. Aktuelle Kreationen findet ihr auf Anastasias facebook-Account.

 

Anastasia Folman, Januar 2017
Interview: Carolin Bartel
Fotos: Anastasia Folman
Titelfoto: Ana Pavlova

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