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365er: 6 Familienfotografinnen berichten von ihren persönlichen Fotografie-Projekten

365er Familienfotografie Tipps

Ende letzten Jahres haben wir euch mit dem 365er eine beliebte Form eines Foto-Projektes vorgestellt. Bei diesem Projekt macht ihr 365 Tage lang täglich ein Foto. Alles zu dem Projekt könnt ihr in unserem Artikel „Warum ihr ein 365er Fotografie-Projekt machen solltet! Mit 14 Tipps für eure Umsetzung“ noch einmal nachlesen. Durch die Umsetzung eines 365er Foto-Projektes schult ihr euer fotografisches Augen, fördert eure Kreativität, verbessert eure Technik der Fotografie und ihr habt nach einem Jahr 365 wundervolle Fotos voller Erinnerungen.

Nach den ersten vier Monaten im neuen Jahr wollten wir uns nun ein wenig in der Branche umhören und haben einige Familienfotografinnen gefragt, wie es mit aktuellen Projekten so läuft und ob sie noch ein paar Tipps zur erfolgreichen Umsetzung des Projektes für euch haben. Los geht`s.

 

Sonia Epple Fotografie
“Meine Familie rund um das Jahr mit der Kamera zu begleiten heißt für mich, alle kleinen und großen Meilensteine meiner Kinder fest zu halten. Aber es ist mehr als das. Mir geht es ganz speziell darum die Emotionen und Beziehungen zwischen den Personen einzufangen. Das was uns als Familie einzigartig macht. Ich versuche auch immer wieder mit aufs Bild zu kommen, weil ich weiß, dass das meinen Kindern eines Tages wichtig sein wird. Ihre Mama soll nicht nur hinter der Kamera gestanden haben.

Ihr fragt euch, wie es funktionieren soll jeden Tag ein Bild zu machen? Mir hat es geholfen meine Kamera immer mit dabei zu haben und wirklich auf die Details des Lebens zu achten, dann fallen einem genügend Dinge ein, die man fotografieren kann. Ich habe außerdem beschlossen an den Tagen, an denen mir wirklich nichts Besonderes einfällt, ein Selbstportrait von mir zu machen. Jetzt haben wir viele der Bilder an der Wand hängen und dicke Fotobücher, die die Kinder immer gerne rausnehmen und anschauen. Es ist wirklich ein tolles Geschenk an sich selbst (als Mama), aber auch an die ganze Familie – es lohnt sich.”

www.soniaepplefotografie.com

 

Caroline Holt Photography

“Wenn man oft andere Familien fotografiert, kommen Fotos von der eigenen irgendwann zu kurz, zumindest war das bei mir so. Das 365er Projekt motiviert mich dazu, meine Kamera wirklich jeden Tag in die Hand zu nehmen, um einen Moment mit den Kindern und aus unserem Leben festzuhalten. Das ist dann auch ein Moment im Alltagschaos, in dem meine Kreativität herausgefordert wird, weil es ja irgendwann langweilig wird, wenn man fast nur zuhause fotografiert. Zum Glück sind meine Kinder alles andere als langweilig und durch das Projekt sind schon viele persönliche Lieblingsfotos entstanden über die ich wahnsinnig froh bin!”

www.carolineholtphoto.com

 

Birgit Döring Fotografie

“Ich kann dieses Projekt auf jeden Fall jedem weiterempfehlen – egal ob Hobby- oder Profifotografin. Für mich war es eine Herausforderung. Ich habe mir die Grenzen allerdings bewusst nicht zu streng gesetzt, sonst hätte ich es vermutlich nicht bis zum Ende durchziehen können. Mein Ziel waren daher 365 Bilder auf Instagram zu posten, die ich an dem Tag der Veröffentlichung auch aufgenommen hatte. Aber nicht zwingend jeden Tag ein Bild innerhalb eines Jahres, das hätte ich zeitlich nicht geschafft. Und ich wollte auch keine Fotos machen nur um des Projektes willen, sondern das Ganze eher als eine Art Tagebuch betrachten. Ich habe die Fotos also wirklich für mich gemacht und nicht für die Reputation oder das Portfolio.

Durch dieses Projekt bin ich noch aufmerksamer geworden, war beständig auf der Suche nach dem passenden Motiv für den Tag. Manchmal fiel es schwer, überhaupt etwas zu finden und manchmal passierte so viel an einem Tag, dass ich mich kaum entscheiden konnte. Es hat definitiv Spaß gemacht, aber ich war zugegebenermaßen erst einmal erleichtert, als alle 365 Bilder online waren. Und auch ein kleines bisschen stolz…”

www.birgit-doering-fotografie.de

 

Katta Zensen Photography

“Jeden Tag ein Foto. 2015 habe ich das tatsächlich ein Jahr lang durchgezogen. Allerdings nicht allein, sondern mit Oliver Prager zusammen. ‘the beauty of a day’ heisst unsere Seite. Und wenn ich sie mir heute anschaue ist es wie ein Tagebuch. Und ich bin irgendwie stolz drauf. Erinnere mich an die einzelnen Momente. Nicht jeden Tag sind anspruchsvolle Bilder entstanden. Manchmal einfach nur ganz schnell geknipst. Mit dem i-phone. Unterwegs. Irgendetwas. Aber das sind wahrscheinlich die Momente, in denen man kreativ wird. Die einen herausfordern und wachsen lassen. Ich erinnere mich an Tage, in denen wir hier alle krank waren und ich eigentlich gar keine Zeit und auch keine Lust zum Fotografieren hatte. Trotzdem wollte ich irgendein Bild. Irgendwas posten. Weiß nicht, ob ich das dann ohne Oliver so durchgezogen hätte. War immer super neugierig, was er für ein Bild zeigt. Hat mich ganz schön inspiriert und motiviert.

Ich kann nur jedem empfehlen sich einen Partner zu suchen und gemeinsam so ein Projekt zu starten. Seitdem fotografiere ich viel, fast täglich. Unseren verrückten Alltag.”

www.kattazensen.de

 

Maren Scheffler Photography – Pure Moments

“Zu meinem 365er Foto-Projekt hat mich meine liebe Kollegin Nina King (@momentchen) inspiriert. Ich habe Anfang April begonnen, da ich nicht auf den ersten Januar warten wollte. Ich finde, dass ihr mit dem Projekt einfach jederzeit starten kann – dafür brauch es keinen besonderen Stichtag! Denn wer weiß, im Januar hätte ich vielleicht nicht so viel Motivation gehabt oder einfach ganz viele andere Dinge zu tun. Also lieber einfach anfangen und nicht auf einen besonderen Tag warten!

Ich hatte zuvor gemerkt, dass ich immer weniger Bilder meiner Familie mache und wollte durch dieses Projekt wieder mehr Momente aus unserem Alltag festhalten. Zusätzlich ist es eine tolle Übung um besser zu werden und auch mal den Blickwinkel zu ändern. Denn man möchte ja nicht täglich dasselbe Foto. Seit ich das Projekt gestartet habe, achte ich auf viel mehr Kleinigkeiten in meinem Leben und bin sehr glücklich über die bis jetzt entstandenen Bilder. Am Ende möchte ich ein Fotobuch daraus machen.”

www.maren-scheffler.com

 

Julia Erz

“Ich mache das 365er Projekt nun seit 2013! Jetzt aktuell im 5. Jahr schleicht sich langsam etwas Müdigkeit ein. Gleichzeitig habe ich in den 5 Jahren aber auch sehr an Routine und Motivation gewonnen. Für mich ist ganz klar das Ziel vor Augen, nämlich ein Fotoalbum mit allen Bildern und auch Texten am Ende des Jahres in den Händen zu halten. Mir ist bewusst, welch wertvolles Geschenk ich meinen Kindern mit dem 365er Projekt mache!

Es war von Anfang an klar, wenn mein Fotografie-Business zu viel Raum einnimmt und ich keine Zeit und Lust mehr habe, meine eigenen Kinder zu fotografieren, dann muss ich kürzertreten.”

www.juliaerz.com

 

Wir danken allen Familienfotografinnen für die privaten Einblicke in ihre Projekte. Und wir fassen noch einmal das Wichtigste für euch zusammen. Die Tipps der Fotografinnen für euch und euer 365’er Fotografie Projekt lauten:

  • Macht auch mal ein paar Selfies von euch. Nur so kommt ihr mit auf die Fotos.
  • Wartet für den Start nicht auf den richtigen Zeitpunkt. Fangt einfach heute an!
  • Sucht euch einen Partner für das Projekt. So könnt ihr euch gegenseitig motivieren.
  • Habt Kamera immer griffbereit dabei – egal ob ihr Einkaufen geht oder auf den Spielplatz tobt.
  • Achtet auf die kleinen und unscheinbaren Details in eurem Leben. Sie liefern oft die schönsten Motive.
  • Durch die wachsende Routine wird es einfacher.
  • Gestaltet aus den 365 Fotos ein Fotoalbum voller Erinnerungen.

Und wann startet ihr euer erstes 365er Fotografie-Projekt mit eurer Familie?

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2 Kommentare

  • Reply
    Ulrike
    25. Mai 2017 at 15:49

    Aktuell mache ich auch ohne Projekt jeden Tag Fotos von unserem 3-monatigen Sohn. Aber irgendwie sind es immer die gleichen Motive. Ich möchte künftig mehr auf die Details achten und mal die Perspektiven wechseln.
    Klar, aktuell kann er von sich aus noch nicht viel anbieten (außer sein super süßen Lächeln und die Zungenakrobatik, wenn er brabbelt), aber es liegt ja an mir, wie ich die Momente festhalte.
    Ich tue mich nur sehr schwer damit, die Fotos später auszusortieren – dank dem digitelan Zeitalter drückt man ja doch ein paar mal mehr auf den Auslöser – und dann auch zu verwerten. Meine Festplatte ist jetzt schon gut gefüllt mit hunderten Fotos von unserem Wurm.
    Wie behält man da Ordnung drin? Sortiert man nach Datum? Sollte man sich wirklich für wenige Fotos pro Session entscheiden und den Rest rigoros löschen? Das fällt so schwer… Aber wirklich verwenden kann man die 20 Fotos aus der gleichen Perspektive ja nicht… Gibts da einen Tipp?
    Liebe Grüße | Ulrike

  • Reply
    Carolin
    25. Mai 2017 at 17:48

    Liebe Ulrike,
    ich kenne deine Gedanken nur zu gut. Als Mutter von zwei Kindern geht es mir ganz genauso. Ich fahre jetzt mit folgendem System ganz gut: es gibt einen gemischten Ordner pro Monat und dazu weitere Ordner für besondere Anlässe (Ausflug in den Zoo, Besuch von Oma, Urlaub Toskana etc.). In den gemischten Ordner kommen alle Fotos, die so eben mal nebenbei entstehen (Toben auf dem Spielplatz, Kuscheln auf der Couch, Planschen in der Badewanne). Und ja, hier musst du streng löschen, auch wenn es schwer fällt. Manchmal schließe ich den Ordner wieder und schaue mir dann die Fotos einige Tage später mit einem gewissen emotionalen Abstand wieder an und sortiere dann aus. So fällt es etwas leichter. Aber du sagst es ja schon selbst: Man braucht einfach keine 20 Fotos vom lachenenden Baby – auch wenn es noch so schön ist und jedes Foto etwas für sich hat. Beim Sortieren schaue ich, ob das Foto etwas in mir auslöst (mich emotional anspricht) und ob es technisch gelungen ist.

    Beim Bezeichnen der Ordner gehe ich folgendermaßen vor: Jahr – Monat – Tag – Stichwort. Also “2017 _05_25_Himmelfahrt_Ostsee”.

    Ich hoffe, dass ich dir weiterhelfen konnte. Wir werden aber sicher demnächst mal einen extra Artikel zum Speichern und Sortieren von Fotos veröffentlichen.

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